Tourismus und Kultur - Sehenswürdigkeiten in Wittenau

Der Reinickendorfer Ortsteil Wittenau

Der Ortsteil Wittenau bedeckt eine Fläche von 5,9 Quadratkilometern. In Wittenau, wo sich auch das alte Rathaus aus dem Jahre 1911 befindet und das heutige Bezirksamt Reinickendorf seinen Sitz hat, prägen sowohl Dienstleistungseinrichtungen wie auch moderne Verwaltungsbauten, aber auch Industrieobjekte und Wohngebäude das Stadtbild.

Den historischen Kern von Wittenau bildet der Dorfanger mit der alten Dorfkirche aus dem Jahr 1480. Die Kirche wurde erstmals 1351 erwähnt. Eine im Mittelalter bestehende Handelsstraße von Berlin nach Bernau führte hier vorbei. Wittenau selbst wurde 1322 erstmals urkundlich als "Daldorff" erwähnt.

1880 errichtete die Stadt Berlin auf einem vom Berliner Magistrat erworbenen Areal die "Irrenanstalt Dalldorf bei Berlin" für 1200 Patienten. Mit dem Ausbau der Eisenbahn (Nordbahn 1877, Kremmener Bahn 1893) wurde Dalldorf auch als Industriestandort interessant.

1898 wurde das neue Werk der Firma Borsig in Tegel eröffnet. Für die rund 5300 Mitarbeiter des Unternehmens wurden 200 Morgen Land von der Gemeinde Dalldorf gekauft. Schon am 1. Oktober 1899 konnten die ersten Werkswohnungen im heutigen Ortsteil Borsigwalde bezogen werden.

In Erinnerung an den 1902 verstorbenen langjährigen Amts- und Gemeindevorsteher Peter Witte (1822 bis 1902) wurde Dalldorf 1905 mit der Genehmigung Kaiser Wilhelms II. in Wittenau umbenannt.

Zwanzig Jahre später änderte auch die Irrenanstalt ihren Namen in "Wittenauer Heilstätten". Seit 1967 trägt die medizinische Einrichtung den Namen des Berliner Psychiaters Karl Bonhoeffer (1868 bis 1948).

Noch vor dem Ersten Weltkrieg siedelten sich in und um Wittenau viele Maschinenfabriken und Rüstungsbetriebe an.

In den Jahren nach 1933 wurde im Zuge der Kriegsvorbereitungen die Produktion von Kriegsgütern verstärkt.

Nach Zerstörung, Demontage und Berlin-Blockade erhöhte sich die Industrieproduktion erst nach 1953 deutlich. Zahlreiche Unternehmen siedelten sich in Wittenau neu an. 1983 wurde der Neubau für zwei Oberstufenzentren eröffnet.

Im Ergebnis der Wiedervereinigung kam es durch die teilweise Abwanderung der Wittenauer Industrie zu einem Strukturwandel im Ortsteil, der bis heute anhält.

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