Tourismus und Kultur - Sehenswürdigkeiten im Märkischen Viertel

Das Märkische Viertel in Reinickendorf

Das Märkische Viertel ist eine Großwohnsiedlung und seit 1999 ein Ortsteil im Bezirk Reinickendorf. Bis zu diesem Zeitpunkt gehörte es zum Ortsteil Wittenau. Die Siedlung wurde von 1963 bis 1974 gebaut und war mit ihren rund 17.000 Wohnungen für bis zu 50.000 Einwohner ausgelegt.

Im letzten Jahr feierte das Märkische Viertel seinen 50. Geburtstag. Die Stadt Berlin hatte nach dem Ende des II. Weltkrieges, bedingt durch die große Zerstörung an Wohnraum, einen extremen Wohnungsmangel. Bereits kurz nach Kriegsende entstanden vielerorts "wilde" Laubenkolonien innerhalb der Stadt, in denen die Einwohner notdürftig Obdach fanden. Eine dieser Kolonien entstand auch auf dem heutigen Gebiet der Großwohnsiedlung "Märkisches Viertel". Ein vom Berliner Senat im Jahre 1959 beauftragtes Gutachten ergab, dass die Wohnzustände in diesen Unterkünften unzumutbar wären. Der Senat beschloss Anfang 1960, das Areal für die erste Großwohnsiedlung Berlins zu nutzen.

Die Pläne für dieses gigantische Projekt beinhalteten, dass die Siedlung mit großen Freiflächen, Parkanlagen und Spielplätzen angelegt werden sollte. Im Zentrum sollten ein Einkaufscenter sowie Freizeit- und Kultureinrichtungen gebaut werden. Bereits 1963 bezogen die ersten Mieter die noch baufeuchten Wohnungen. Da sich die Gesamtanlage allerdings noch im Bau befand, waren sowohl die geplante Infrastruktur als auch das Einkaufcenter noch nicht fertig. Die ersten Mieter wohnten auf einer riesigen Baustelle. Die Situation besserte sich allerdings mit der Fertigstellung der im Bau befindlichen Gebäude und das Märkische Viertel entwickelte sich aufgrund der vielen jungen Familien mit Kindern zu einer lebendigen und modernen "Stadt" in der Stadt.

Das Konzept einer offenen Architektur mit viel Freiraum zwischen den Wohnhäusern hatte sich bewährt und die Bewohner des Märkischen Viertels fühlen sich in ihrer "Stadt" bis heute sehr wohl.

Die Nähe zum Freizeit- und Naherholungsgebiet Lübars spielt und spielte dabei sicher eine große Rolle. Aber auch die Ansiedlung von Gewerbe- und Industriegebieten am Rande des Märkischen Viertels sorgte für wohnungsnahe Arbeitsplätze. Seit 2008 machte sich das Märkische Viertel "hübsch" für die Jubiläumsfeier im Jahre 2014.

Die Wohnungsbaugesellschaft GESOBAU sorgte für eine Modernisierung und farbliche Neugestaltung ihrer Wohnanlagen. Somit ist das Märkische Viertel wieder "schick" für die kommenden 50 Jahre.