Tourismus und Kultur - Hannah-Höch-Haus in Heiligensee

Das Hannah-Höch-Haus in Heiligensee

Am 1. November 1889 wurde die Dadaistin, Gärtnerin und Wahl-Reinickendorferin Hannah Höch in Gotha geboren. Als junge Frau kam sie nach Berlin. Sie verbrachte insgesamt 60 Jahre ihres Lebens in der Stadt, davon fast 40 Jahre in ihrem Haus in Berlin-Heiligensee.

Heute werden Haus und Garten vom Förderverein Künstlerhaus Hannah Höch e. V. gepflegt. Kunstinteressierte Menschen in Reinickendorf verbinden Hannah Höch vor allem mit dem Dadaismus. In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg bis in die zwanziger Jahre hinein war Hannah Höch Mitglied der Berliner und der europäischen Dada-Szene.

Anders als andere Dadaisten emigrierte Hannah Höch 1933 nicht aus Deutschland, obwohl auch sie von den Nazis als "entartet" eingestuft wurde. Als "Kulturbolschewistin" diffamiert, konnte sie während der Nazizeit nur heimlich als Künstlerin arbeiten. An den Verkauf von Werken war nicht zu denken. Die technikbegeisterte Künstlerin durfte allerdings während des Krieges die Reinickendorfer Borsig-Werke von innen zeichnen.

Sie zog sich auf ihr 1939 gekauftes Anwesen in Reinickendorf zurück und versteckte ihre Werke im Garten, der nun zu ihrem neuen Kunstobjekt wurde. Der Garten ihres Hauses An der Wildbahn 33 wurde ein wesentlicher Teil ihres künstlerischen Lebenswerkes. Ihren Garten hat Hannah Höch auf zahlreichen Bildern und Collagen gemalt, nachgestaltet und zeichnerisch festgehalten.

Nach Ende des Zweiten Krieges ist Hannah Höch eine der ersten, die aktiv das künstlerische Leben Reinickendorfs und Berlins gestalteten und dazu beitrugen, die Kunst in Deutschland wieder aufzurichten. Das Ende der Nazi-Herrschaft bedeutete für Hannah Höch auch die Rückkehr in die globale Künstlerszene.

Mit ihren Werken erlangte sie Ruhm. Sie wurde wieder ausgestellt, so 1948 im Museum of Modern Art in New York oder 1958 in der Kunsthalle Düsseldorf. In Paris wurde der Künstlerin 1973 eine große Retrospektive gewidmet, die auch in Berlin zu sehen war.

Die Künstlerin schuf in den fünfziger und sechziger Jahren neben abstrakten Bildern eine lange Folge heute hochgeschätzter Farbcollagen, in denen die Wirklichkeit ironisch-fantastisch verwandelt erscheint. Hannah Höch blieb nicht für den Rest ihres Lebens Dadaistin. Am 31. Mai 1978 starb Hannah Höch im Alter von 88 Jahren in ihrem Haus in Heiligensee.

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