Tourismus und Kultur - Borsigwalde - Der 11. Ortsteil in Berlin-Reinickendorf

Der Reinickendorfer Ortsteil Borsigwalde

2012 wurde Borsigwalde offiziell zum elften Ortsteil Reinickendorfs erklärt und ist damit der jüngste Ortsteil im Bezirk. Bis dahin war Borsigwalde eine Ortslage im Ortsteil Wittenau.

Borsigwalde verdankt sein Entstehen der Verlagerung der Borsigwerke nach Tegel, wo 1898 ein neues Werk eingeweiht wurde. Die neu gegründete Terraingesellschaft Tegel mbH erwarb schon 1895 eine Fläche von ca. 51 Hektar Weideland von der Gemeinde Dalldorf, um Straßen anzulegen. Anschließend wurde das erschlossene Bauland an die Firma Borsig verkauft.

Am 1. Oktober 1899 konnten die ersten Wohnungen im Bereich der heutigen Holzhauser Straße bezogen werden. Bis 1900 wurden die heute unter Denkmalschutz stehenden Häuser in der Räuschstraße errichtet.

1909 war die Bebauung abgeschlossen. Die in Borsigwalde erbauten Häuser wurden aus rotem Backstein und Klinker errichtet.

Die Fassadengestaltung lehnte sich an die Bürgerhaus-Architektur der Spätgotik und Renaissance an. Es gab keine Seitenflügel und Hinterhäuser. Jedes Mietshaus hatte einen eigenen Garten hinter dem Haus.

Und doch waren die Zustände nicht ideal, denn es fehlten Wasserleitungen, eine Kanalisation und eine Müllabfuhr. 1908 errichtete die Gemeinde Wittenau im südlichen Teil von Borsigwalde ein Gaswerk, ein Elektrizitätswerk und ein Kanalisationspumpwerk.

Wegen der gestiegenen Bodenpreise baute man in den 1920er Jahren drei- bis viergeschossige Häuser. Die Mietergärten wurden reduziert oder sogar abgeschafft.

Die Weltwirtschaftskrise traf Borsigwalde schwer. 90 Prozent der Bewohner wurden arbeitslos. Im Zweiten Weltkrieg wurde Borsigwalde von Bomben getroffen.

Nach Demontage und Wiederaufbau vollzog sich ab 1953 ein wirtschaftlicher Aufschwung. Neben weiteren profanen und sakralen Bauten wurde 1985 der Neubau des Humboldt-Krankenhauses eröffnet.

Das ehemalige Gelände der Waggon-Union wurde seit 1997 in einen Gewerbepark umgewandelt. Heute kann Borsigwalde auf erfolgreiche Ansiedlungen von Industrie und Gewerbe verweisen.

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