Medienteam: Über die Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik und ihren Namensgeber, Seite 2

Karl Bonhoeffer

Bei dieser Haltung muss auch die Situation der damaligen Zeit berücksichtigt werden, in der die Sozialmedizin erheblich von der Eugenikbewegung beeinflusst wurde. Diese Bewegung hatte das Ziel den Anteil positiv bewerteter Erbanlagen zu vergrößern und den negativ bewerteter Erbanlagen zu verringern. Bonhoeffer befürwortete diese Zielsetzung indem er „Erbkranke“ Menschen unfruchtbar machte.

Euthanasie-Programm/Aktion T4: Bonhoeffers handeln und seine Haltung im Zusammenhang mit dem Euthanasie-Programm der Nationalsozialisten, das die Tötung psychiatrisch Kranker betrieb, wird unterschiedlich gesehen. Bonhoeffer soll laut einiger Historiker Widerstand hiergegen geleistet haben. Er nahm einerseits Kontakt mit den damals Verantwortlichen auf und andererseits mit den Gegnern von der „Aktion T4“. In einem Brief zeigte sich Friedrich von Bodelschwingh (Gegner der „Aktion T4“) allerdings enttäuscht über Bonhoeffers Zurückhaltung in diesen Fragen. Die „Aktion T4“ hat systematisch mehr als 70.000 Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen in der Zeit zwischen 1940 und 1941 ermordet. Nach etlichen „Leerungen“ in den Teilen der Heil- und Pflegeanstalten wurde gegen die Tötungen protestiert. Danach wurden die Tötungen trotzdem fortgesetzt, nicht mehr zentral, sondern weniger offensichtlich und dezentral.

Ruhestand: 1936 ist Bonhoeffer mit einem Alter von 68 Jahren in den Ruhestand getreten. Er hat 1948 mit 80 Jahren einen Schlaganfall erlitten und ist an den Folgen verstorben. 3 Jahre später verstarb auch seine Frau Paula.

Quellenangaben: Wikipedia, Luise-Berlin.de
Fotos: Denise Baumann
 

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